Über uns

Dass das Triesenberger Klima zum Wachsen und Gedeihen anregt, beweist die Wildmandli Guggamusik, die sich seit ihrer Gründung am 3. Oktober 1980 unermüdlich durch die fasnächtlichen Wirren kämpft.

 

Leicht hatte es die „Bärger” Gugga in ihren Anfängen nicht, denn so manche Triesenberger wollten ganz und gar nicht einsehen, weshalb die „Stille des Berges” durch kakophonische Klänge gestört werden sollte. Nach und nach konnten jedoch auch die eingefleischtesten Gegner überzeugt werden, dass die Wildmandli aus der Liechtensteiner Fasnacht nicht mehr wegzudenken sind. Wir zählen heute 43 Mitglieder und sind unserem Motto „Wildmandli” in all den Jahren treu geblieben.

 

Mittlerweile sind wir mit unseren kakophonischen Melodien und farbenprächtigen Kostümen die wir jeweils zwei Jahre tragen weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt. Jedes Jahr stehen in der Fasnachtszeit wieder zahlreiche Auftritte im In- und Ausland auf dem Programm.

 

Bestens bekannt sind wir auch für unsere jährlichen Veranstaltungen wie der Wildmandli-Maskenball „Gigox”, der sich in den letzten Jahren zu einem der beliebtesten Maskenbälle der Region gemausert hat und das am Fasnachtsdienstag statt findende „Finale Furioso”. Auch ausserhalb der närrischen Zeit gestaltet sich unser Vereinsleben äusserst aktiv.

Die Sage der Wildmandli

Auf der Triesenberger Alp Sareis im Gamperdonatal, oberhalb des Nenzinger Himmels wohnten früher die Wildmandli in Höhlen; eine der Höhlen wird heute noch Wildmanschilchli genannt. Sie trugen keine Kleider, waren aber stark behaart. Sie waren gutmütig und kümmerten sich um das Vieh der Triesenberger Bauern im Malbun und beim Steg. Oft, wenn die Bauern auf ihrem eigenen Hof überlastet waren, überliessen sie das Füttern des Viehs, wenn es über dem Kulm in den Ställen war, den Wildmandli. Nur bei schlechtem Wetter oder bei Föhn blieb ihre Hilfe aus. Einmal begab es sich, dass auf den Höhen Föhnwetter war und man im Dorf nichts davon spürte. Die Bauern waren im Kartoffelacker beschäftigt und vertrauten auf die Hilfe der Wildmandli. Nach drei Tagen, als sie nach ihrem Vieh in den Ställen beim Steg und im Malbun schauten, fanden sie das Vieh halb verhungert vor.

 

Die Wildmandli riefen die Hebamme von Triesenberg ans Kindbett. Die Hebamme kam sogleich und konnte der Wöchnerin helfen. Als Dank erhielt sie eine Schürze voller Holzkohle. Die Hebamme hatte mit dem Lohn keine grosse Freude und warf die Kohlen stückweise auf dem Heimweg weg. Ein Wildmandli folgte ihr unsichtbar und las die Kohlen wieder auf, dabei sagte es jedes Mal: «Je mehr du wegwirfst, je weniger du hast!». Zuhause sah die Frau, dass jedes Kohlestück zu Gold geworden war. Rasch eilte sie den Weg zurück, um die weggeworfenen Kohlen einzusammeln, aber sie waren alle verschwunden.

 

Einmal vor Weihnachten, als die Bauern ihr Vieh vom Malbun holten, ertönte vom Gamsgrad her eine Stimme, die rief: «Das Biizi und das Baazi sind gestorben!». Von da an waren die Wildmandli verschwunden.

Chronik

1976 – An der Eröffnungssitzung der Narrenzunft Triesenberg am 11.11 im Restaurant Walserstuba ist im Protokoll unter Punkt 4. folgendes zu lesen:

«Gugga-Musik - Bei unserem Umzug fehlt einfach noch eine Musik. Karl Gätzi soll versuchen auf die kommende Fasnacht eine Gugga-Musik mit ungefähr 10-15 Mitglieder zu bilden. Evtl. könnte man von der Harmoniemusik die alten Instrumente verwenden.»

 

1980 – 3. Oktober. Gründungsversammlung im Restaurant Edelweiss

Herbert Schädler auch der „Gschinder“ genannt war der Initiant der Wildmandli Guggamusik. Leider konnte er die Musik nur ein Jahr lang geniessen da er im September 1981 überraschend verstarb. An diesem Tag wurde nicht der Verein, sondern nur die Gruppe gegründet. Die ersten Jahre gehörten die Mitglieder zur Narrenzunft Triesenberg an, somit hatte die Gruppe auch keine eigene Kasse.

 

Am 11. November fand zum Fasnachtsbeginn der erste Auftritt der Wildmandli Guggamusik statt. Die meisten Einwohner konnten die Klänge dieser Musik nur mit einem Kopfschütteln hinnehmen, was aber den Elan der Gugger nicht minderte.

 

1981 – War das erste Jahr in dem die Wildmandli Guggamusik Aktiv an einer Fasnacht teilnahm. Die Auftritte fanden ausschliesslich in ihrer Heimatgemeinde Triesenberg statt. Das erste Kleid der Guggamusik war ein Fell das ein wenig verziert war. Dieses Kleid war bis 1985 im Einsatz.

 

1983 – Am 22. Februar beschloss der interne Vorstand der Wildmandli sich von der Narrenzunft zu lösen und einen eigenen Verein zu Gründen.

 

1984 – Die Wildmandli Guggamusik, die sich die erste Fasnacht auf eigenen Beinen bewegte, wagte den ersten Schritt aus der Gemeinde und spielte nicht nur mehr in Triesenberg. Neben einem Umzug in Feldkirch nahmen sie auch am Monsterkonzert in Schaan teil. Da die Guggamusik das erste Mal weitere Wege zurücklegte, beschloss man einen Reisebus zu Organisieren. Insgesamt waren die Wildmandli sieben Tage auf Achse.

 

1989 – Wagten sich die Wildmandli an die Organisation eines Festes. Der beliebte Kindermaskenball war geboren.

 

1990 – War das Jahr des ersten Jubiläums der Guggamusik, es wurde mit einem monströsen Monsterkonzert auf dem Dorfplatz gefeiert.

 

1991 – Das neue Kleid das bei den Fans grosse Begeisterung fand setzte Trends, da nicht nur die Wildmandli Neonfarbene Kleider trugen sondern die ganze Mode war von Neonfarben geprägt, manch einer sagt die Wildmandli hätten diesen Trend ausgelöst. Die Fasnacht war in diesem Jahr ansonsten von absagen geprägt, viele Fasnachtsgesellschaften sagten die Veranstaltungen aufgrund des Krieges im Nahen Osten ab.

 

1995 – War für die Fasnacht in Triesenberg ein Trauriges Jahr. Der alljährliche Umzug der von der Narrenzunft Triesenberg organisiert wurde, fand leider nicht mehr statt, da keine Leute mehr zu finden waren die ihre Freizeit zur Organisation dieses Grossanlasses fanden. Aus diesem Grund organisierte die Wildmandli zusammen mit dem Restaurant Samina ein kleiner Umzug der in die Gegenrichtung des alt bewährten führte, es war ein voller Erfolg. Mitten in der Fasnacht organisierten die Mitglieder des Vereins das 15-jährige Jubiläumsfest im Dorfsaal, der Saal platzte aus allen nähten.

 

1996 – Entschied sich die Wildmandli Guggamusik am Fasnachtsdienstag nicht mehr den Umzug zu organisieren, sondern das Finale Furiose im Gemeindesaal. Als erstes fand ein Sternmarsch zum Dorfplatz statt und anschliessend spielten diverse Guggamusiken den letzten grösseren Auftritt dieser Fasnacht. Der Anlass findet bis heute mit Erfolg statt.

 

1998 – Günther Sele, wurde zum ersten Ehrenmitglied ernannt. Er war Mitglied seit der Gründung 1980.

 

2000 – Stand das dritte Jubiläumsfest an. Das spezielle an diesem Fest war, dass nicht jede Guggamusik alleine spielte sondern immer zwei zusammen, dies klang nicht nur besser sondern auch noch um einiges lauter.

 

2001 – Als krönender Abschluss der Fasnacht wurde am Fasnachtsdienstag das zweite Mitglied zum Ehrenmitglied ernannt, Norbert Gassner. Er wurde nach 15 jähriger Mitgliedschaft und vielen Stunden Arbeit für den Verein ausgezeichnet.

 

2003 – Der über die Landesgrenzen hinaus bekannte GIGOX Maskenball wurde in diesem Jahr zum ersten Mal durchgeführt. GIGOX ist die Bärger Bezeichnung für eine Eidechse (Gecko).

 

2005 – Aufgrund des 25-jährigen Jubiläum organisierte die Wildmandli Guggamusik erstmals seit 1995 wieder den Fasnachtsumzug in Triesenberg. Der Umzug der wieder über die alte Route Rotenboden – Dorfzentrum führte, war ein voller Erfolg und wird noch heute durchgeführt. Auch die auf Eis gelegte Bärger Narrenzunft wurde für dieses Ereignis wieder neu formatiert und führt seither in neuer frische den Fasnachtsumzug in Triesenberg wieder durch.

 

2010 – 30 Jahre Wild, hiess es für die Wildmandli Guggamusik in diesem Jahr. Zum Geburtstag wurde am 28. November ein Jubiläumsfest im Gemeindesaal Triesenberg organisiert. Gründungsmitglieder, Passivmitglieder, Gönner, alle Guggamusiken und Narrenzünfte wurden eingeladen. Nach einem Apéro im Bärensaal wurde im grossen Saal ein Theaterstück durch die Mitglieder Jonny Beck, Maxi Beck und Samuel Schädler die drei Wildmandli: Bizi, Bazi und Buzi spielten aufgeführt. Im Theaterstück wurde auf spannende und witzige Weise der Lebenslauf der Guggamusik aufgezeigt. Präsident Pascal Beck führte an diesem Jubiläumsfest durch den Abend und durfte auf der Bühne eines der Gründungsmitglieder Werner Hilbe, Vorsteher Hubert Sele, und Ehrenmitglied Norbert Gassner begrüssen. Die drei Gäste wussten einiges über die vergangenen Jahre der Guggamusik zu berichten, konnten mit ihren Anekdoten und Erlebnissen das Publikum begeistern. Als Überraschung des Abends wurde zum Jubiläum ein spezieller Wildmandligeist serviert. Dieser Wildmandli Jubiläumsschnaps wurde mehrere Jahre in Barriquefässern gelagert, was ihm einen besonderen Geschmack zusetzte. Es wurde an diesem Abend noch bis in die frühen Morgenstunden gefeiert. Auch in der Fasnacht wurde unser Jubiläum von den Mitgliedern im In-und Ausland gefeiert.

 

2011 – Am Fasnachtsdienstag konnten wir zum dritten Mal in der dreissig jährigen Geschichte der Wildmandi Guggamusik ein Mitglied zu Ehrenmitglied ernennen. Michael Gätzi wurde für 15 Jahre Aktiver Gugger ausgezeichnet. Die Fasnacht endete in diesem Jahr am 8. März und war damit eine der längsten Fasnächte der kommenden Jahre.

 

2012 – Jonny Beck wird zum vierten Ehrenmitglied ernannt.

 

2016 – Durften wir gleich zwei Mitglieder zum Ehrenmitglied ernennen. Manuela Schädler und Marcus Fuhrmann wurden für ihre 15 jährige Vereinstreue ausgezeichnet. In der über 35 jährigen Geschichte der Wildmandli Guggamusik ist Manuela die erste Frau die zum Ehrenmitglied ernannt wurde.

 

2017 Marina Beck wird zum siebten Ehrenmitglied ernannt.

 

 

Ehrenmitglieder der Wildmandli Guggamusik

Günther Sele † 1998

Norbert Gassner 2001

Michael Gätzi 2011

Jonny Beck 2012

Manuela Schädler 2016

Marcus Fuhrmann 2016

Marina Beck 2017

 

Präsidenten

1981-1985 Ernst Schädler

1985-1987 Conny Bühler

1987-1990 Günther Beck

1990-1994 Sandra Gassner

1994-1996 Rainer Gassner

1996-1998 Roswitha Beck

1998-2000 Remo Looser

2000-2004 Michael Gätzi

2004-2008 Dietmar Wohlwend

2008-2011 Pascal Beck

2011-2014 Vincent Beck

2014-Jetzt Janin Hilbe

 

Dirigenten

1980-1983 Christian Sele/Günther Sele

1983-1985 Werner Hilbe

1985-1989 Herbert Sele

1989-1994 Peter Ladner

1994-1999 Toni Gassner

1999-2001 Christoph Beck

2001-2007 Markus Beck

2007-Jetzt Marco Biedermann

 

Ein herzliches Dankeschön geht an den Verfasser dieser Chronik: Felix Beck!